Mittwoch 28.2.2018 / 19.30 Uhr / Großes Haus

Dietmar Wischmeyer – »Vorspeise zum Jüngsten Gericht«

 

Die Insassen des hiesigen Wohlstands-Archipels suhlen sich in ihrer Furcht vor der ungewissen Zukunft. Es zählen nicht die Chancen, sondern Askese und Verzicht werden zur Staatsreligion: nicht mehr rauchen, weniger saufen, kein Fleisch, kein Atom, keine Dieselautos, kein Garnichts mehr.

 

Stilvolles Verwelken vor der Zukunft ist das Credo der satten Gespenster am Ende der Gegenwart. Doch was tatsächlich geschieht, ist Selbstverwirklichung als Volkskrankheit. Dietmar Wischmeyer lässt die Saturierten und Gestrandeten auf dem alten Seelenverkäufer »Deutschland« noch einmal zu Wort kommen.

 

Die Art, wie wir heute leben, war schon gestern vorbei, doch morgen werden auch wir es merken. Was wird das für ein Gefühl sein, wenn einem der Pflegeroboter einen Blasenkatheter durch den Harnleiter schiebt? Bringt uns Lieferando dann den Fertigfraß aus okkulten Schmurgelküchen?

 

Sieht so unsere Zukunft aus? Unternehmer, Turbo-Landwirte, Pastorinnen, Rentner, Praktikanten, Politiker, Aktivistinnen ... der ganz normale Bestand an Insassen dieser Republik erzählt in Wischmeyers Worten vom Verschwinden seiner gewohnten Lebenswelt.