Verbrennungen

von Wajdi Mouawad

aus dem Frankokanadischen von Uli Menke

Inszenierung: Louis Villinger

Premiere: 23.3.2018 / 19.30 Uhr

Hinterbühne

 

„Man weiß nicht mehr, wer auf wen schießt, noch warum. Das ist der Krieg.“ (Der Arzt)

 

Bevor Nawal Marwan in einem kanadischen Krankenhaus stirbt, hat sie fünf Jahre lang geschwiegen. Als ihr Testament eröffnet wird, erhalten ihre Kinder, die Zwillinge Simon und Jeanne, zwei mysteriöse Briefumschläge, die mit einem Auftrag verbunden sind: Der erste Brief soll dem Vater übergeben werden, den die beiden nie kennengelernt haben und von dem sie bisher glaubten, dass er tot sei. Der zweite ist für den Bruder bestimmt, von dessen Existenz sie bisher noch nie gehört haben. Anfangs widerstrebend lassen sich Simon und Jeanne auf den letzten Willen der Mutter ein und reisen getrennt voneinander in den Nahen Osten.

Schritt für Schritt tauchen sie ein in die Lebensgeschichte ihrer Mutter, die dort in den Wirren eines grausamen Bürgerkriegs aufgewachsen ist. Die Suche nach dem totgeglaubten Vater und dem unbekannten Bruder wird für die beiden zu einer schonungslosen Auseinandersetzung mit der individuellen und kollektiven Tragödie Krieg. Gegenwart und Vergangenheit vermischen sich, prägende Figuren aus Nawals Geschichte tauchen auf und die Zwillinge begegnen ihrer Mutter als junge Frau – bis sie schließlich das Geheimnis ihrer eigenen Herkunft ergründen und mit einer Wahrheit konfrontiert sind, die nur schwer zu ertragen ist. 

Der Frankokanadier Wajdi Mouawad, selbst vor dem Bürgerkrieg im Libanon geflohen, beschreibt in seinem Familiendrama eindrücklich die Folgen von Krieg und Vertreibung und erzählt gleichzeitig eine berührende Geschichte über Hoffnung, Mut und die Kraft der Liebe. 


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